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Mittwoch, 24. April 2019

BNE in Außerschulischen Lernorten


Außerschulische Lernorte sind seit langem die Vorreiter in der Anwendung einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Für alle Experten und Interessierten, die in diesem Bereich arbeiten, ist das Bildungsforum im Klimahaus Bremerhaven ein Pflichttermin.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Das Bildungsforum fand dieses Jahr bereits zum achten Mal statt und zog um die 80 Teilnehmer an. Der Megatrend der Digitalisierung wird zunehmend auch im Hinblick auf die Anknüpfungspunkte zum Thema Nachhaltigkeit diskutiert (siehe bspw. hier). Vor diesem Hintergrund stand das Bildungsforum in diesem Jahr unter dem Motto „bildung.digital.nachhaltig. Bildung für nachhaltige Entwicklung im Spannungsfeld digitaler Herausforderungen“.
In Impulsvorträgen und Workshops wurden auf vielfältige Weise die folgenden Fragen diskutiert:
  • Wie viel „Digitales“ ist möglich und wie viel ist nötig für gelingende Bildungsprozesse?
  • Wie können Nachhaltigkeitsthemen wie Gemeinwohl- und Umweltorientierung sowie Datendemokratie erfolgreich vermittelt werden?
  • Welche Inhalte und Methoden kann Bildung für nachhaltige Entwicklung zu den digitalen Lern- und Erfahrungswelten beisteuern?

BNE.digital

Neben den allgemeinen Fragen zur Digitalisierung, finde ich ganz besonders die spezifische Qualität von BNE und dessen Potenziale oder eben Hemmnisse im Hinblick auf den Digitalisierungsprozess von Bildung spannend. Im dritten Workshop „BNE.digital: Beispiele aus der Bildungspraxis“ wurden hierzu verschiedene Serious Games und Apps vorgestellt. Wer sich eingehender mit dieser Thematik beschäftigen möchte, dem sei auch das neue Buch „Interactive Media for Sustainability“ von Roy Bendor ans Herz gelegt.
Im Workshop wurde klar, dass insbesondere die Möglichkeiten zur Partizipation durch digitale Medien einen Mehrwert darstellen können. Beispielsweise können so Kinder und Jugendliche stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Durch digitale Medien und Erlebnisse kann auch ein verstärkter Austausch und ein Perspektivwechsel ermöglicht werden. Wie Angebote der Bildung für nachhaltige Entwicklung ganz konkret diese Chancen nutzt, wurde an Fallbeispielen gezeigt – eine übergeordnete Systematisierung und daraus abgeleitete Anwendungshinweise fehlen jedoch noch. 

BNE und Digitalisierung auf dem Bildungsforum
© Klimahaus Bremerhaven
 

Erste Schritte zu einer digitalen Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Das Fazit dieses Workshops zeigt, dass derzeit die allerersten Schritte gegangen werden, um Digitalisierung für BNE fruchtbar zu machen – und das hier noch ein langer Weg vor uns liegt.

Montag, 21. Januar 2019

Für ECSITE ist Nachhaltigkeit noch immer ein blinder Fleck


Die Jahreskonferenz von ECSITE, dem European Network of Science Centres and Museums, wurde 2016 erstmals nach nachhaltigen Standards organisiert, um den CO2-Fußabdruck der Veranstaltung zu reduzieren. Dieser Fokus auf die technisch-materielle Seite der Nachhaltigkeit ist sinnbildlich für das bisherige (fehlende) Engagement von ECSITE in diesem Themenbereich.

Zunächst ein Blick zurück: Als Michiel Buchel 2015 zum Präsidenten von ECSITE gewählt wurde, gab er Nachhaltigkeit als ein zentrales Leitmotiv für ECSITE aus. Gut, die UN-Dekade zur Bildung für nachhaltige Entwicklung war bereits zu Ende gegangen – aber besser spät als nie, könnte man meinen.


Ankündigung ohne Folgen
Weit gefehlt – nach der Ankündigung, unter anderem in der Zeitschrift Spokes, passierte leider nicht viel. Auch eine direkte Nachfrage bei Michiel Buchel, welche konkreten Aktionen von ECSITE zum Thema Nachhaltigkeit geplant waren, blieb leider unbeantwortet.

Insbesondere die inhaltliche, wertorientierte Seite sowie die pädagogisch-didaktische Seite einer Nachhaltigen Entwicklung in Science Centern bleibt innerhalb der Szene in Europa weiterhin unterbeleuchtet - und innerhalb von ECSITE ein blinder Fleck. Welche Hürden der Anwendung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in Science Centern im Weg stehen, habe ich in einem anderen Blogpost bereits aufgezeigt.

Nachhaltigkeit ist für ECSITE ein blinder Fleck


Eine Frage der Haltung. Welche Werte vertreten Museen und Science Center?
Im Gegensatz dazu, stand die Jahrestagung 2018 des Deutschen Museumsbundes (DMB) unter dem Thema „Eine Frage der Haltung. Welche Werte vertreten Museen?“. Die Organisatoren der Tagung haben erkannt, dass Museen und Science Center als zentrale Institutionen in einer Participatory ScientificSociety (PSS) nicht nicht wertorientiert arbeiten können.


ECSITE als Knowledge Broker?
Diese unausweichliche Wertorientiertheit gilt es auf die Grundlagen einer Nachhaltigen Entwicklung, so wie sie auch in der MechelenDeklaration formuliert wurden zu beziehen. Science Center und Wissenschaftsmuseen vergeben ansonsten die Chance, ihre Rolle als zentrale gesellschaftliche Akteure verantwortungsbewusst auszufüllen – und ECSITE verspielt hier die Chance als der Knowledge Broker an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft an einer Transformation hin zu mehr Zukunftsfähigkeit mitzuarbeiten.