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Dienstag, 11. Juli 2017

Die sechs Schritte des Nachhaltigkeitsmanagements in Museen und Science Centern



In einem vergangenen Blogpost habe ich die zentralen Gründe erläutert, weshalb jedes Museum und jedes Science Center ein Nachhaltigkeitsmanagement einführen sollte.

Der Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements

Darauf aufbauend möchte ich hier einen kurzen Überblick über die sechs Schritte oder sechs Phasen geben, die Teil eines Nachhaltigkeitsmanagements sind. Die Phasen drei bis sechs können sich im Laufe der Zeit wiederholen, denn Nachhaltigkeitsmanagement in Museen, Besucherzentren und Science Centern ist stets ein dynamischer und langfristiger Prozess.


1. Commitment

Die Leitungsebene bekennt sich dazu, ihre Einrichtung nach den Grundsätzen einer nachhaltigen Entwicklung zu führen. Dieses Commitment sollte schriftlich und verbindlich erfolgen, idealerweise auch unter Bezugnahme auf vorhandene Initiativen und Verhaltenskodexe wie die Mechelen Deklaration.
Ziel ist es, ein grobes Leitbild mit kurzen Leitlinien für ihr Museum zu entwickeln.

2. Analyse

Grundlage für den folgenden Veränderungsprozess ist eine Bestandsaufnahme. Zunächst werden die relevanten Tätigkeitsbereiche im Hinblick auf Nachhaltigkeit in Museen durch eine Top-Down- sowie Bottom-Up-Vorgehensweise identifiziert. Darauf hin werden Indikatoren für diese Aktivitätsbereiche festgelegt (z. B. Energiekosten, Arbeitszufriedenheit). Zum Abschluss der Analyse wird der Status quo der ausgewählten Indikatoren ermittelt. Dies kann durch externe Berater aber auch durch Selbsteinschätzung erfolgen. Dieser Status quo bildet die Baseline, gegen die die folgenden Maßnahmen des Nachhaltigkeitsmanagements evaluiert bewertet werden.

3. Ziele und Nachhaltigkeitsprogramm

In einem breiten Beteiligungsprozess werden strategische Ziele für alle Tätigkeitsbereiche entwickelt. Zur Konkretisierung dieser Ziele werden messbare Benchmarks für alle Indikatoren definiert.
Ein Kernprodukt des gesamten Managementprozesses ist die Zusammenstellung eines Nachhaltigkeitsprogramms. Dieses enthält alle notwendigen Aktivitäten, um die vorher definierten Ziele zu erreichen.

4. Implementierung

Spätestens ab der Phase der Umsetzung ist ein Verantwortlicher notwendig, der die erforderlichen zeitlichen Ressourcen hat, um die Aktivitäten des Nachhaltigkeitsprogramms umzusetzen bzw. deren Umsetzung voranzutreiben.
Dabei sollten Mitarbeiter mit unterschiedlichen Instrumenten kontinuierlich einbezogen werden.

5. Monitoring

Um einen geringen Arbeitsaufwand des Prozesses sicherzustellen, ist es zielführend die Datenerfassung für Indikatoren in bestehende Workflows zu integrieren.
Die Überwachung der Zielerreichung und die Verbesserung der Aktivitätsbereiche führt der Verantwortliche für Nachhaltigkeit durch.

6. Nachhaltigkeitskommunikation

Ein zentraler Punkt für die Akzeptanz und den langfristigen Erfolg der Aktivitäten des Nachhaltigkeitsprogramms ist eine regelmäßige Kommunikation über den gesamten Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements.
Die Organisation kommuniziert regelmäßig wichtige Informationen zu ihren ökonomi­schen, ökologischen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen, Zielen und Maßnahmen. Um ihre Strategie und Fortschritte bei der Zielerreichung nach innen und außen transparent zu machen, nutzt sie eine standardisierte Berichterstattung.
Dazu werden Ergebnisse und der Fortschritt des Prozesses veröffentlicht. Interne Kommunikation dient insbesondere dazu, Verbesserungsprozesse im Museum oder Science Center zu steuern. Die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts für externe ist zentral für das Ansehen und den Ruf der Einrichtung.

Starte heute mit dem Commitment und motiviere Kollegen sich aktiv in den Prozess einzubringen!

Dienstag, 9. Mai 2017

Sustainability Communication 4.0



Kürzlich habe ich auf der Hannover Messe den aktuellen Entwicklungen im Industriesektor nachgespürt: Im Hinblick auf Inszenierung und Medieneinsatz sind Unternehmen schließlich häufig Vorreiter.

Nachhaltigkeitskommunikation und CSR

Mein besonderes Interesse galt dabei einer Veranstaltung im begleitenden Konferenzprogramm: „Die Nachhaltigkeitsziele: UnternehmerischeVerantwortung - Unternehmerische Chance“, so der Titel der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit organisierten Diskussionsplattform. 

Nach einer Einführung zu den Nachhaltigkeitszielen, englisch Sustainable Development Goals (SDG), wurde in zahlreichen Fallstudien von Unternehmen über Aktivitäten im Feld der Corporate Social Responsibility (CSR), also der Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft, berichtet. Dabei spielten insbesondere globale Perspektiven zum Thema CSR und Wertschöpfungsketten eine Rolle.


Ausstellungen als Werkzeug der Corporate Social Responsibility

Insgesamt hat die Konferenz jedoch eines deutlich gezeigt: In der Kommunikation von Nachhaltigkeitsbestrebungen beziehungsweise Aktivitäten im Bereich Corporate Social Responsibility setzen viele Unternehmen noch immer auf sehr klassische Formate und Kanäle: Flyer, Nachhaltigkeitsberichte und persönliche Vorträge. Innovative Vermittlungsformate wie interaktive Exponate und Ausstellungen spielen derzeit noch eine geringe Rolle. Dabei würde sich gerade in der Nachhaltigkeitskommunikation für die Ansprache diverser Stakeholder unterschiedliche Ausstellungsformate sehr gut eignen.

Sustainability Communication 4.0 muss sich also interaktiver Vermittlungsformate bedienen, um zeitgemäß und attraktiv Zielgruppen anzusprechen. Unternehmen mit Weitblick könnten Ausstellungen als Mittel der Corporate Social Responsibility einsetzen – und so den nächsten Schritt hin zu einer innovativen Nachhaltigkeitskommunikation gehen.