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Mittwoch, 20. Mai 2020

Nachhaltigkeit in Ausstellungen und im Leihverkehr


An der Universität für angewandte Kunst in Wien hat Frau Gabriela Krist den UNESCO-Lehrstuhl für die Erhaltung von Kulturerbe inne. Aufgabe des Lehrstuhls ist es, dass Thema Weltkulturerbe in unterschiedlichen Formaten und Blickwinkeln zu beleuchten. Der Lehrstuhl ist am Institut für Konservierung und Restaurierung angesiedelt, an dem immer wieder praxisnahes Lehren und agiles Lernen in unterschiedlichsten Zusammenhängen ausprobiert wird.

Zukünftige Herausforderungen der Konservierung

Unter dem Titel ZKF2.0 – Future Challenges in and for Conservation wurde unter den besonderen Voraussetzungen des Covid-19 bedingten Lockdowns ein besonderes Kurrikulum zusammengestellt. Darin werden die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und die Zukunft der Konservierung und Restaurierung diskutiert. Die Themen reichen von Klimawandel und Kulturgut über umweltsensible Konservierung bis hin zu nachhaltigen Ausstellungen.

Sustainable Exhibitions

Nachhaltige Ausstellungen, oder sustainable exhibitions, sind der Kern eines nachhaltigen Museums - greifen doch hier alle Arbeitsbereiche eines Museums wie Kuration, Konservierung, Pädagogik, Gebäudetechnik usw. ineinander. Im Rahmen eines Gastvortrages zum Thema „Nachhaltigkeit in Ausstellungen und im Leihverkehr“ hatte ich die Freude meine Erfahrungen mit den Studierenden zu teilen
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Nachhaltigkeit im Leihverkehr

Nicht nur zu der erschreckenden CO2-Bilanz des Leihverkehrs, sondern auch zu zahlreichen weiteren Themen sind im Rahmen von ZKF 2.0 – Future Challenges in and for Conservation Online-Vorträge geplant. Gasthörer können hieran auf Nachfrage auch teilnehmen.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Ein Traum von Nachhaltigkeit


Nach der Lektüre von eher beunruhigenden Nachrichten fiel ich kürzlich nach der Mittagspause in einen leichten, nachmittäglichen Schlaf und träumte von einer besseren Welt.

Eine Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit
Auf dem Weg dahin könnte es eine Ausstellung geben, die sich ausschließlich mit den Herausforderungen und Chancen einer globalen Nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzt. Die dies auf spielerische, interaktive Weise umsetzt und so die Besucher zum selbständigen Handeln motiviert. Eine solche Ausstellung - ein Traum!

Das World Future Lab
Bei meinem letzten Besuch des Klimahauses Bremerhaven kam ich endlich dazu das World Future Lab zu besuchen. Unglaublich, aber wer hätte gedacht, dass Träume so schnell Realität werden können:
Im WorldFuture Lab können Besucher mit einem Spiel die Zukunft der Erde gestalten. Es müssen Informationen bewertet und Entscheidungen getroffen werden. Zu guten Lösungen der Aufgaben gelangen die Besucher oft nur, wenn sie mit ihren Mitspielern kooperieren. So werden im Spielverlauf auch verschiedene Fähigkeiten getestet, die für die Umsetzung einer Nachhaltigen Entwicklung wichtig sind. Ohne im Spiel explizit darauf zu verweisen, werden hier die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen (UN) erlebbar. Diese nachhaltigen Entwicklungsziele sind ein zentraler Orientierungspunkt der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Agenda thematisiert ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit gleichermaßen und wurde im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen.

 
Foto: Klimahaus

Die Zukunft gestalten
Doch der Homo Ludens allein wird nicht die SDGs umsetzen. Daher ist das World Future Lab auch darauf ausgelegt, unter pädagogischer Begleitung in Workshops oder Zukunftswerkstätten nachhaltiges Denken und vor allem konkretes Handeln einzuüben. „Gefördert werden Fähigkeiten und Gestaltungskompetenzen im Sinne der BNE“, erläutert Jens Tanneberg, Leiter Wissenschaft und Bildung am Klimahaus.

Ein Serious Game im Zentrum
Besonders gefallen hat mir die klare Konzentration des World Future Labs: Es gibt nur ein Exponat, nämlich das zentrale Spiel, an dem mehrere Parteien zugleich interagieren können. Der Fokus der Besucher wird somit nicht durch verschiedene Texte, unterschiedliche Exponate und mehrere Unterthemen abgelenkt.

 
Umsetzung von BNE in Ausstellungen
Foto: Klimahaus

Another World is possible
Im World Future Lab geht es im Kern „um die Mensch-Erde-Beziehung und die Erkenntnis, dass jeder Mensch etwas zu einer Nachhaltigen Entwicklung beitragen kann“, erläutert Tanneberg. Wenn wir alle ein kleines Stück zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, kann vielleicht auch der Traum einer besseren Zukunft Wirklichkeit werden.

Donnerstag, 24. August 2017

Weshalb nutzen nicht mehr Science Center und Wissenschaftsmuseen das Konzept der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)?



Im Artikel zur Mecheln Deklaration habe ich bereits über die Bedeutung des Museums- und Ausstellungssektors für eine Nachhaltige Entwicklung geschrieben.
In diesem Beitrag möchte ich noch stärker die Beziehung zwischen dem Bereich der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) und Wissenschaftsmuseen sowie Science Centern beleuchten. Dafür habe ich ein Interview mit Prof. Charles Hopkins geführt, der als UNESCO Chair an der BNE-Dekade beteiligt war sowie an dem Kapitel „Förderung der Bildung, der Bewusstseinsbildung und der Aus- und Fortbildung“ der Agenda 21 mitgearbeitet hat.

Wie ist der aktuelle Stand von Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Wissenschaftsmuseen und Science Centern?
Viele dieser Institutionen praktizieren Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), sind sich dessen aber nicht bewusst, so Charles Hopkins. So ist es häufig dem Besucher selbst überlassen, die Verbindung der Inhalte und Exponate zu dem Thema Nachhaltige Entwicklung herzustellen.
Dazu kommt, dass Science Centern und Wissenschaftsmuseen nicht förmlich aufgefordert wurden, am BNE-Prozess teilzunehmen. Aus Sicht der Akteure der BNE werden Kooperationen mit dem Museumssektor zumeist nicht als eine entscheidende Partnerschaft angesehen. Ausnahmen davon sind die Regionen bzw. Zenten, die von einer hohe Expertise im Bereich BNE gekennzeichnet sind, so Hopkins weiter. Doch diese Kooperationen sind dem Professor der Universität Toronto zufolge vielversprechend: “Strategizing with science centers and science museums for a more sustainable future could be very powerful”.

Welche Rolle könnten Science Center und Wissenschaftsmuseen bei der Förderung der BNE spielen?
“Science centers and science museums need to become conscious about their responsibility for a sustainable future”, betont Hopkins. Zu allererst könnten Akteure aus diesem Bereich sich stärker in das Weltaktionsprogramm der UNESCO sowie die nationalen Aktionspläne einbringen und diese Prozesse als Chance begreifen, schlägt er weiter vor. Doch um zu identifizieren, in welchem der fünf Fokuspunkte des globalen Aktionsplans die jeweiligen Institutionen aktiv werden können, ist eventuell weitere Führung und Konkretisierung notwendig.

Was die Stärken von Wissenschaftsmuseen und Science Center für die Umsetzung von BNE-Ansätzen?
Institutionen aus dem Museumssektor haben in der Regel eine hohe Reputation und hohe Glaubwürdigkeit; des Weiteren sind sie gut darin, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, erklärt Charles Hopkins.
In Science Center sind Experten tätig, die wissen, wie Besucher auf unterhaltsame Weise etwas lernen können. In Museen arbeiten Profis, wenn es um die Entwicklung von spannenden und lehrreichen Geschichten geht.
Aufgrund der genannten Aspekte und einer hohen Besucherzahl wäre der Museumssektor daher ein starker und Partner für die Förderung und Umsetzung der Bildung für Nachhaltige Entwicklung. 

BNE im Museumssektor
Hinsichtlich der Integration von BNE in den Museumssektor steht uns noch ein langer Weg bevor, denn “Science centers and science museums could be much more useful for ESD than they are”, stellt Hopkins abschließend fest.




Das Interview wurde im Rahmen der Abschlusskonferenz der UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ in Bonn geführt.